Die Sommerferien neigen sich langsam dem Ende zu, in der Landwirtschaft ist jedoch weiterhin viel zu tun, denn die Ernte ist in vollem Gange. Auch wenn sich das Wetter im August von einer etwas kühleren und regnerischeren Seite zeigt als in den Monaten davor, macht die langanhaltende Trockenheit der Landwirtschaft weiterhin zu schaffen. In unserem Newsletter finden Sie eine erste Einschätzung, wie hoch die Apfel- und Pflaumenernte im laufenden Jahr ausfallen wird. Außerdem beschäftigen wir uns mit möglichen Auswirkungen der Trockenheit auf die Schlachtungen von Nutztieren und auf die Wälder in Deutschland. Diesen Monat erfahren Sie zudem mehr über den Verbrauch von Bier und von Tiefkühlprodukten.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit der August-Ausgabe des Agrarstatistik-Newsletters!
Kuhschlachtungen in Süddeutschland steigen
Die lange Dürre im Sommer 2026 hat laut Medien zu einer Futterknappheit bei den Rinderhaltenden geführt, die deshalb vermehrt ihre Tiere ins Schlachthaus bringen. Eine aktuelle Auswertung der wöchentlichen Schlachtdaten nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung durch das Bundeszentrum für Landwirtschaft (BZL) bestätigt das in Teilen. So nehmen in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg die wöchentlichen Kuhschlachtungen in den meldepflichtigen Betrieben seit Anfang Juli merklich zu. Mitte August waren sie so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Insbesondere mehr Tiere mit geringer Fleischigkeit (Handelsklassen O und P) wurden geschlachtet. Das könnte darauf hindeuten, dass sich Landwirtinnen und Landwirte vermehrt von älteren und nicht mehr leistungsstarken Tieren getrennt haben.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Seite zu Fleischpreisen und im wöchentlichen Bericht zu Schlachtpreisen und -mengen von Rindern, Schweinen und Schafen.
Die Waldzustandserhebung bewertet in jährlichen Stichprobenerhebungen den Baumkronenzustand und damit die Vitalität der Wälder in Deutschland. Dabei wird ermittelt, wie viel Prozent des Laubs oder der Nadeln der Baumkrone fehlen. Bei Bäumen ohne Kronenverlichtung sind das maximal zehn Prozent. Bei einem Anteil von 11 bis 25 Prozent spricht man von einer schwachen, ab 26 Prozent von einer deutlichen Kronenverlichtung.
Seit Beginn der Erhebungen in den achtziger Jahren war der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung nur 2023 noch geringer als 2025. Besonders stark haben die Trockenjahre 2018 bis 2020 den Wäldern zugesetzt. Bisher haben sie sich noch nicht davon erholt und sind im Vergleich mit früheren Jahrzehnten in einem schlechten Zustand.
Mehr Informationen über den Zustand der deutschen Wälder finden Sie in der Waldzustandserhebung 2025.
Überdurchschnittliche Pflaumenernte und unterdurchschnittliche Apfelernte erwartet
Laut ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts vom Juli werden 2026 in Deutschland voraussichtlich gut 49.300 Tonnen Pflaumen und Zwetschgen geerntet. Damit läge die Erntemenge etwa 11,5 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Anders fällt die Prognose für die Apfelernte aus: Die Obstbaubetriebe erwarten eine Erntemenge von rund 934.000 Tonnen und damit 5,4 Prozent weniger als im Zehnjahresdurchschnitt. Grund dafür sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts unter anderem die Hitzeperioden sowie anhaltende Trockenheit in den Frühjahrs- und Sommermonaten.
Mehr zur Ernte von Äpfeln, Pflaumen und Co. erfahren Sie auf unserer Seite zu Baumobst.
Im Jahr 2025 lag der Verbrauch von Bier laut vorläufigen Zahlen bei etwa 64 Millionen Hektolitern. Der Pro-Kopf-Verbrauch belief sich auf rund 77 Liter. Alkoholfreies Bier und Malztrunk sind darin nicht enthalten. Vor zehn Jahren verbrauchten die Deutschen noch rund ein Fünftel mehr Bier.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Versorgungsbilanz Bier.
In der Woche vom 17. bis zum 21. August wurden auf den deutschen Großmärkten hauptsächlich Zwetschgen aus dem Inland angeboten. Inzwischen ist die Zwetschgen-Saison weiter fortgeschritten und somit wurden neben den Hauptsorten auch mittelspäte Sorten verstärkt verkauft. Dabei wurden neben Cacaks- und Top-Sorten vermehrt die Sorten Hauszwetschge und Jojo geliefert. Das Zwetschgen-Angebot auf den Großmärkten war insgesamt breit aufgestellt und die Preise hielten sich auf mittlerem Niveau.
Mehr zu Zwetschgen und Pflaumen auf den deutschen Großmärkten finden Sie in unserem wöchentlichen Markt- und Preisbericht.